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Denkmalgeschütztes Großprojekt glänzt mit goldenem Dach und handwerklichen Finessen
Zollhalle 12: „Schmuckstück“ im Kölner Rheinauhafen
Im Umgang mit festen Materialien wie Beton und Stahl flexibel zu sein, scheint zunächst paradox. Doch Anpassungsfähigkeit ist gerade in größeren Bauprojekten entscheidend, um die Budget- und Zeitvorgaben einhalten zu können. Die Revitalisierung der Zollhalle 12 im Kölner Rheinauhafen ist dafür ein typisches Beispiel. Denn Denkmalschutz mit den modernen Anforderungen an Wohnen und gewerbliche Nutzung in Einklang zu bringen, erfordert viel Flexibilität.
Von Larissa Boßmeyer, Perfect Sound PR, Georgsmarienhütte
Für die Stadtarchitektur der Rheinmetropole präsentiert sich die künstliche Halbinsel, die früher auch liebevoll das „Wertchen“ genannt wurde, mit einem neuen „Schmuckstück“, nämlich mit der frisch renovierten „Zollhalle 12“. Schon in den Zwanzigerjahren des 19. Jahrhunderts war sie sowohl wichtiger Umschlagplatz für den Handel als auch beliebtes Ausflugsziel. Die Zollhalle erstrahlt dort nun komplett modernisiert und mit einem goldenen Dach in neuem Glanz. Heute werden die 1.300 m² im Erdgeschoss gewerblich genutzt, während, in den Obergeschossen 2.480 m² für exklusives Wohnen mit Blick auf den Rhein entstanden sind.
Passend zum Konzept, die Objekte der Rheinauhafen-Meile in Anlehnung an ihre ursprüngliche Erscheinung modern zu gestalten, wurde die alte Zollhalle unter der Leitung des Stadtkonservators im Sinne des Denkmalschutzes neu saniert. „Die Beteiligung des Stadtkonservators an den Planungen verlief sehr harmonisch, wir sind alle äußerst zufrieden mit den Ergebnissen“, erklärt Bauleiter Thomas Ostermann von der Firma Verfuß.
Das Projekt, das laut der Rheinauhafen Verwaltungsgesellschaft (RVG) ein Gesamtvolumen von ca. 12 Mio. € umfasst, ist eine „Hommage“ an vergangene Zeiten. Denn schon im 19. Jahrhundert lud die Uferpromenade an der Halle zum Baden und Flanieren ein.
Moderne Ausstattung eingehüllt im Charme früherer Zeiten
Um Kulturgüter zu erhalten, bedarf es viel Erfahrung und ein besonderes „Fingerspitzengefühl“. Im Fall der „Zollhalle 12“ bestand eine wichtige Aufgabe darin, die originale Tuffstein-Fassade bei der Reinigung und Instandsetzung nicht zu beschädigen. Sie ist charakteristisch für die der Halle und bildet farblich eine harmonische Verbindung mit der neuen Goldkuppe. Diese rundet das typische Staffelgeschoss des Gebäudes edel ab.
Für eine Detail-getreue Nachbildung der von Hand gemalten „12“, wurde die Fassade vor dem Säubern fotografiert. Erst danach haben die Mitarbeiter von Verfuß die historische Wand vorsichtig „gesandstrahlt“. Anhand der Aufnahmen wurde die Nummerierung in der nachgebildeten Farbe wieder aufgebracht. Vor allem kam es darauf an, die Fassade bei An- und Umbauten nicht zu beschädigen. Auch für die verwitterten Basaltsteine wurde spezielle Farbe angerührt, um sie in ihrer früheren Kolorierung neu leuchten zu lassen. „Aufarbeiten statt erneuern“, galt es bei der Aufrüstung der ursprünglichen Stahlträger in der alten Halle.
Wintereinbruch ließ die Sanierer der Zollhalle kalt
Der harte Winter 2009/2010 mit ungewöhnlich lang anhaltenden frostigen Temperaturen brachte die Arbeiten am Dach kurzzeitig zum Stillstand. Um die bereits verlegten Rohre der Fußbodenheizungen, die selbst noch nicht in Funktion waren, zu schützen, mussten die Bau-Experten von Verfuß das Gebäude mit unterschiedlichen Medien beheizen. Trotz des höheren Aufwands blieb der Übergabe-Termin im vereinbarten Rahmen.
Zunächst war die Fertigstellung Ende April 2010 geplant. Die Arbeiten an den gemeinschaftlich genutzten Bauabschnitten, wie zum Beispiel dem Eingang oder der Treppen, schloss die Baufirma „pünktlich wie die Maurer“ ab. „Wir freuen uns, bei der Fertigstellung der Zollhalle 12 alle Erwartungen erfüllt zu haben. Die Zusammenarbeit mit dem Architekten Professor Pablo Molestina und auch mit den Behörden verlief sehr gut und problemlos. Dabei haben uns sicherlich auch die langjährigen Erfahrungen aus vergleichbaren Projekten geholfen. Die Revitalisierung der Grube Carl in Frechen beispielsweise oder der Olefshof stellten ebenfalls hohe Anforderungen an die Vereinbarkeit von Denkmalschutz und zeitgemäßen Bauverfahren“, bemerkt Architekt Thomas Ostermann zufrieden.
Für die „robusteren“ Arbeiten an der Zollhalle wurden Baumaschinen, Container und sogar zwei Kräne von Hemer aus, dem Hauptsitz der Bauunternehmung, nach Köln transportiert. Der Schlüsselfertigpolier Guido Röder von Verfuß war rund um die Uhr vor Ort.
Das Erdgeschoss konnte sogar schon im März 2010 bezogen werden, obwohl sich die ursprüngliche Nutzungsplanung änderte. Die Stadt Köln entschied sich gegen die Ansiedlung von Systemgastronomie. Stattdessen erwarb die Ledermanufaktur Marquardt die Gewerbeflächen. Schon um einiges früher als geplant wünschte der Lederproduzent die Fertigstellung – der Flächen. So hieß es für die beauftragte Baufirma Verfuß: schnell umdisponieren! Mit großem Engagement stellten die erfahrenen Experten das Erdgeschoss im März fertig.
Exklusive Wohnungen und „Nägel mit Köpfen“
Bei der Eröffnungsfeier der Ledermanufaktur Marquardt Mitte Mai 2010 wurde auch eine der 18 komfortablen Wohnungen, deren Loggien und Dachterrassen einen einmaligen Blick auf den Rhein bieten, präsentiert – und erhielt von vielen Besuchern durchaus positive Resonanzen. 14 dieser Wohnungen sind bereits verkauft. Ihre Fertigstellung verschiebt sich durch die speziellen Umbauwünsche der Erwerber. Auch hier tritt das Bauunternehmen koordinierend auf.
In intensiven Gesprächen mit den Kunden ermitteln die Spezialisten die individuellen Vorstellungen. Ob moderne BUS-Systeme für die externe Steuerung der Heizung und der Jalousien oder hochwertige Fliesen im 90 cm x 90 cm Großformat: An Komfort und Ästhetik wird bei der Ausstattung der Wohnungen nicht gespart.
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